Zwischen Lernkurve und Rennambitionen: Bernhard Hinterdorfer blickt auf den 2. Lauf zurück

Zwischen Lernkurve und Rennambitionen: Bernhard Hinterdorfer blickt auf den 2. Lauf zurück

21. Oktober 2026

Digitaler Newcomer Winter Cup – CARLAR Series: Warum Platz 23 für Bernhard Hinterdorfer ein Erfolg ist, welche Herausforderungen der dritte Lauf mit sich bringt und weshalb kontrollierte Zurückhaltung im Porsche zum Schlüssel werden könnte.

Im Digitalen Newcomer Winter Cup im Rahmen der CARLAR Series steht der nächste Schlagabtausch bevor. Während sich die Teilnehmer auf den dritten Lauf vorbereiten, bietet sich die Gelegenheit, auf die bisherigen Erfahrungen zurückzublicken und die eigenen Ziele neu zu definieren. Einer, der dabei vor allem auf seine persönliche Entwicklung setzt, ist Bernhard Hinterdorfer. Nach dem zweiten Lauf zieht der Simracing-Rookie eine positive Bilanz. Auch wenn Platz 23 auf den ersten Blick nicht nach einem herausragenden Ergebnis aussieht, steckt für Hinterdorfer deutlich mehr dahinter. Im Interview spricht er über die Herausforderungen im Porsche, seine Erwartungen für das kommende Rennen und die Bedeutung von Training, Geduld und einer kontrollierten Fahrweise.

Platz 23 als persönlicher Erfolg

Wer ausschließlich auf die Ergebnisliste schaut, könnte sich fragen, weshalb Hinterdorfer mit dem 23. Platz zufrieden ist. Doch die nackte Platzierung erzählt längst nicht die ganze Geschichte. Gerade im Simracing, wo Erfahrung, Fahrzeugbeherrschung und Streckenkenntnis entscheidende Faktoren sind, muss ein Ergebnis im Kontext der eigenen Ausgangslage betrachtet werden.

„Ich bin sehr zufrieden“, stellt Hinterdorfer klar. Für Außenstehende mag diese Einschätzung angesichts der Platzierung zunächst ungewöhnlich wirken. Wer allerdings selbst an einem solchen Rennen teilnimmt, könne die Leistung besser einordnen. Besonders die Konkurrenz stellt eine anspruchsvolle Herausforderung dar. Hinterdorfer muss sich gegen zahlreiche Porsche-Piloten behaupten, die ihr Fahrzeug bereits sicher beherrschen und entsprechend routiniert unterwegs sind. Für ihn selbst ist der Einsatz im Porsche noch Neuland. Auch im Simracing sieht er sich weiterhin am Anfang seiner Entwicklung.

Umso wichtiger ist für ihn die Erkenntnis, im zweiten Lauf das eigene Potenzial ausgeschöpft zu haben. „Zum aktuellen Zeitpunkt der fahrerischen Entwicklung kann ich sagen, ich habe in diesem Rennen das Maximum herausgeholt“, erklärt er. Eine realistische Selbsteinschätzung, die zeigt, worauf es Hinterdorfer derzeit ankommt: nicht um jeden Preis Plätze gutzumachen, sondern sich Schritt für Schritt zu verbessern. Als absoluter Rookie im Porsche und weiterhin als Anfänger im Simracing-Sport sieht er noch viel Lernpotenzial. Der zweite Lauf liefert dafür eine wichtige Standortbestimmung.

Für den dritten Lauf zählt vor allem ein sauberes Rennen

Mit dem dritten Lauf wartet bereits die nächste Herausforderung. Große Ankündigungen in Richtung einer bestimmten Platzierung macht Hinterdorfer allerdings nicht. Stattdessen setzt er sich ein Ziel, das gerade für einen unerfahrenen Fahrer von zentraler Bedeutung ist: das Rennen ohne Zwischenfälle zu beenden.

„Ohne Zwischenfälle beenden“, lautet seine klare Antwort auf die Frage nach den Zielen für den kommenden Lauf. Auch die Strecke selbst dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen. Vor Beginn der Meisterschaft war sie Hinterdorfer noch unbekannt, und bislang hat sie bei ihm keinen besonderen Eindruck hinterlassen. Entsprechend vorsichtig fällt seine Einschätzung der eigenen Chancen aus. Eine konkrete Platzierung steht für ihn nicht im Vordergrund.

Vielmehr möchte er ein Rennen absolvieren, mit dessen Leistung er persönlich zufrieden sein kann. Diese Herangehensweise passt zu seiner aktuellen Situation: Wer noch Erfahrung im Porsche sammeln muss und eine Strecke erst richtig kennenlernen will, profitiert häufig mehr von einem kontrollierten und konstanten Rennen als von übermäßigem Risiko. Der dritte Lauf wird somit nicht allein an der Endposition gemessen werden. Entscheidend dürfte vielmehr sein, ob Hinterdorfer seine eigenen Fortschritte auf der Strecke umsetzen und die Herausforderung sauber bewältigen kann.

„Training beats Talent“: Die Vorbereitung als Schlüssel

Dass Fortschritte nicht von allein kommen, ist Hinterdorfer bewusst. Bei der Vorbereitung auf den dritten Lauf orientiert er sich an einem bekannten Leitsatz: „Training beats Talent“.

So gut es die Zeit zulässt, versucht er, diesem Prinzip zu folgen. Dabei geht es nicht nur darum, möglichst viele Runden zu absolvieren. Vielmehr muss er erst herausfinden, wie sich der Porsche schnell und gleichzeitig sicher bewegen lässt. Einen möglichen Schlüssel hat Hinterdorfer bereits ausgemacht: Zurückhaltung. „Ich bin mir noch nicht sicher, wie man wirklich schnell und sicher im Porsche ist, denke aber ein Zauberwort ist ‚Zurückhaltung‘“, erklärt er.

Gemeint ist damit nicht, grundsätzlich auf Tempo zu verzichten. Vielmehr geht es darum, das Fahrzeug kontrolliert zu bewegen, die eigenen Grenzen richtig einzuschätzen und in kritischen Situationen keine unnötigen Risiken einzugehen. Gerade in engen Zweikämpfen kann eine überlegte Entscheidung entscheidend sein, um einen möglichen Zwischenfall zu vermeiden. Für einen Fahrer, der sich noch mit den Eigenheiten des Porsche vertraut macht, ist dieser Ansatz nachvollziehbar. Erst wenn Fahrzeugreaktionen, Bremsverhalten und das Verhalten in unterschiedlichen Fahrsituationen besser eingeschätzt werden können, lässt sich das eigene Tempo konsequent steigern.

Hinterdorfer möchte deshalb gezielt an seiner Fahrzeugkontrolle und seinem Verhalten in heiklen Rennsituationen arbeiten. Die Vorbereitung wird damit auch zu einem Prozess der Selbstbeobachtung: Wo kann er mehr riskieren? Wann ist es besser, zurückzustecken? Und wie lässt sich Geschwindigkeit mit Konstanz verbinden?

Eine neue Strecke als nächste Lernaufgabe

Neben der Fahrzeugbeherrschung steht ein weiterer wichtiger Punkt auf dem Vorbereitungsplan: die Strecke selbst. Hinterdorfer kennt den Kurs bislang nicht gut genug und möchte sich deshalb intensiv mit dessen Besonderheiten beschäftigen.

Die Streckenkenntnis ist im Simracing ein wesentlicher Faktor. Bremspunkte, Kurveneingänge, Ideallinie und das richtige Beschleunigen aus den Kurven müssen verinnerlicht werden, bevor sich konstante Rundenzeiten erzielen lassen. Wer den Kurs sicher beherrscht, kann sich zudem besser auf den Verkehr und mögliche Zweikämpfe konzentrieren. Für Hinterdorfer geht es deshalb zunächst darum, ein Gefühl für die Strecke zu entwickeln und ihre Herausforderungen zu verstehen. Vielleicht verändert sich dabei auch seine bisherige Einschätzung des Kurses. Mit einem Augenzwinkern ergänzt er: „Vielleicht mag ich sie ja dann.“

Diese Aussage passt zu seinem gesamten Ansatz für den dritten Lauf. Statt sich von einer ungeliebten Strecke oder einer möglicherweise schwierigen Platzierung unter Druck setzen zu lassen, möchte er die Aufgabe annehmen und aus den gesammelten Erfahrungen lernen.

Fazit: Fortschritt statt Platzierungsdruck

Bernhard Hinterdorfer geht mit einer klaren Vorstellung in den dritten Lauf des Digitalen Newcomer Winter Cup der CARLAR Series. Nach einem für ihn erfolgreichen zweiten Rennen will er vor allem seine fahrerischen Grundlagen verbessern, die Strecke besser kennenlernen und ohne Zwischenfälle ins Ziel kommen.

Der 23. Platz ist für ihn dabei kein Grund zur Enttäuschung. Vielmehr zählt die Erkenntnis, unter den gegebenen Voraussetzungen das eigene Maximum erreicht zu haben. Diese realistische Einschätzung könnte sich langfristig als wichtiger Baustein seiner Entwicklung erweisen. Mit konsequentem Training.

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